Geschichte oder sowas

Foto von Liz Sloweiser auf Unsplash

 

Ich muss nur auf die Straße gehen und schon mache ich Erfahrungen. Das Leben, das sich mir auf die Nase bindet — einfach so — und… ich weiß’ auch nicht warum… aber das allein ist schon… mehr als genug?


Ich glaube nicht, dass die Menschen mich verstehen, E. Ich meine… ich mache ihnen da auch keinen Vorwurf. Weiß’ ja selbst nicht, was ich davon halten würde, wenn ich… aber ich glaube nicht, dass die Menschen mich verstehen, E. … Weil… wie sollten sie auch? Ich tu’s ja selbst nicht.

Verstehen nicht, aber… ob es ihnen zumindest reichen könnte? Zumindest denjenigen, die sich damit beschäftigen — denen… ja denen… — das frage ich mich schon — irgendwie hatte ich das schon immer… gehofft.

Ob ich denen einen Vorwurf mache? Vielleicht ein bisschen… ich versuche schon, es nicht zu tun und… er legt sich auch mit der Zeit, aber ein bisschen ist er da… weil: nicht voll verstehen — natürlich nicht, aber zumindest irgendwas erkennen… das wäre schön; wenn es dann auch noch reichen würde… oh… wie wär’ das schön.

Naja — aber immerhin du, E. Du glaubst nicht, dass ich —…

Du hörst dir gerne meine Gedanken an… und wenn sie dann nicht zusammenhängend sind, sondern einfach nur da sind, dann sind sie halt nicht zusammenhängend, sondern einfach nur da… das ist doch auch schon faszinierend; wenn sie nicht so wirklich zusammenhängend sind, dann stört dich das nicht; weil du sagst: “Sie sind doch alle in dir… das macht doch schon einen Zusammenhang. Ist das nicht… für sich schon… interessant? Auch wenn wir nicht wissen, was wir daraus machen sollen?”

Du glaubst also daran, dass sie schon irgendwie zusammenhängen. Du glaubst an mich, E. Aber, E, wie soll ich das jemandem erklären, dem das nicht reicht? Glaubst du… ich kann sie irgendwann zusammenbringen? E? … E?

Ja, das ist wohl schlauer… lieber still sein…. das sollte ich wohl eh endlich einmal lernen. Weil… immer, wenn ich mit ihnen rede… so rede… so ganz offen, dann… dann kommt irgendwann… dann ist es irgendwann soweit, dass…


Ich kann jetzt nicht mehr so mit dir reden… das ist damit jetzt leider vorbei. Du wusstest ja auch nicht, woran es liegt — und ich mach’ dir da ja keinen Vorwurf — ich weiß’ es ja auch nicht… hab’ nur eine Ahnung… eine kleine, unschöne. … 

Nein, aber: Natürlich. Natürlich, können wir noch immer reden… natürlich können wir noch immer reden. Wir können noch immer reden, so wie ich mit allen rede.
Du kannst noch immer mit ihm reden — wie er scheint… großartig! Mit ihm kannst du noch immer reden. Großartig! Ja… bewundernswert! 

Reden halt. Und ja: Ich kann alles für dich sein… was kann ich alles sein… alles. Sag mir, was du brauchst: Ich bin es. Du musst es noch nicht mal sagen, denk’ es nur und: Ich bin es. Alles. Großartig! 

Ja, du kannst noch immer mit ihm reden. Reden halt. Aber jetzt ist es nur noch ein Spiel… kein gefährliches Spiel mehr… nur noch ein Spiel… kein Abenteuer mehr… die Gefahr ist weg… es bedeutet nichts mehr, zu gewinnen, es geht um nichts. Jetzt könnte ich auch gewinnen, aber so… es geht um nichts mehr. Versteh’ das doch. Es ist so langweilig… so langweilig. Und ja wir können noch immer reden. Und reden… reden kannst du doch mit jedem. Da brauchst du mich doch nicht dazu. 

Deswegen… wenn ich — jetzt: mal — ehrlich bin
— ‘
Was?’ —
… wenn ich jetzt mal ehrlich bin, dann… dann können wir leider nicht mehr reden. Ich bin dann mal weg. War schön. Ich komm’ ja wieder; kenn’ das doch. Komm’ wieder als jemand anders, dann bist du überrascht.
— ‘
Huch… das ist ja… ich erkenn’ dich ja kaum wieder. Wo ist denn…?’—
Vielleicht kann der dann wieder mit dir reden. Ganz offen. Vielleicht. Das wär’ schön. 

Schön wäre das wiedermal… aber es wäre auch ein Wiedermal… aber schön wäre es trotzdem; aber… vielleicht… wahrscheinlich sollte er das ohnehin nicht tun; vielleicht sollte er nicht ganz offen mit dir reden; und mit mir, kannst du jetzt erstmal eben nicht mehr reden. 

In diesem Lebensabschnitt hast du es verpasst. Nunja, wär’ schön gewesen. Sehr schön. Wie gerne hätte ich… aber: Wir sehen uns im nächsten Abschnitt, falls wir uns da wieder mal zufällig über den Weg laufen. Falls… und falls wir uns zufällig über den Weg laufen, dann…
— ‘
Hallo, wie schön, dich zu sehen… ich habe dich nie ganz vergessen.’ —
Ja, huch. Das ist ja… du — hier? … Nie ganz vergessen also…


Aber, E, mit dir bleibe ich in dem Gespräch… offen, chaotisch, unfertig, unzusammenhängend-zusammenhängend, weil dich da alles nicht stört… weil wenn wir nicht ganz offen reden… na… das macht dann doch alles sinnlos… weil dir… dir reicht es schon… auch so… Danke. Danke dafür, dass ich dir reiche, E; dass dir bei mir nicht nichts fehlt… nein, nein… es fehlt dir nicht nichts, aber, dass das Andere es aufwiegt — und mehr als das. Ja… es wiegt es auf und mehr als das. Das ist der Unterschied — dir reicht es und mehr als das. Danke.


Oh, E, wo soll das nur alles hinführen?


Link zu Teil II: Hier

Anmerkung:
*Der Titel der Serie war entstanden, nachdem ich ein vermeintliches Ende für die Serie geschrieben hatte. Leider ist das Ende dann verworfen worden, weil der Text in eine ganz andere Richtung ging, und Brücken bauen wird jetzt nur noch kurz erwähnt. Aber: Weil der Text noch immer so fragmentiert ist, passt der Titel, wie ich finde, dann doch noch immer.