Warum dich mehr körperlicher Kontakt glücklicher machen wird.

Foto von Priscilla Du Preez auf Unsplash

Ich weiß nicht, ob das ein Problem der digitalen Welt, meiner Umgebung, unserer Altersstufe oder dieses Kulturkreises ist, aber in Gesprächen mit Freunden erwähne ich zur Zeit immer wieder, dass sie sich bitte bewusst machen sollen, dass wir höher entwickelte Affen sind.

Obwohl wir heute den Tagesablauf nicht mehr in engem Miteinander gestalten, hat sich unser Körper in den (für evolutionäre Prozesse) wenigen Jahren noch nicht an den rapide gesunkenen körperlichen Kontakt angepasst. Der Körper will berührt werden, will mit anderen menschlichen Wesen in Verbindung treten. Will tasten, fühlen, gestreichelt werden und streicheln. Sonst fehlt ihm etwas und das lässt er uns spüren: Wir sind unzufrieden.

Auf der Suche nach dem Warum findet sich dann meist irgendwas. Nicht aber, dass man wochenlang keinen oder nur professionell-distanzierten Kontakt hatte. Beispielsweise, weil man sich

  • voll auf das Studium konzentrieren will,
  • im Begriff ist, sein Imperium aufzubauen,
  • unzufrieden mit sich und der Welt einfach nur allein sein will,
  • fantastische Geschichten schreibt oder
  • hustelt um genug Aufträge reinzubekommen, die sowohl Leben als auch Unternehmen finanzieren müssen, …

Schnell vergehen Wochen ohne Zeit für Berührungen.

Das gefällt den etwa 99% Erbgut-Anteil, den wir mit Menschenaffen teilen, gar nicht. Wir sind unglücklich. Den Grund meinen wir, in mangelnden Fortschritten im Studium, ausbleibender Anerkennung für das Geschäftsmodell, sinnlosen Geschichten oder unzuverlässigen Geschäftspartnern zu finden. Konzentriere uns dann noch mehr auf das (vermeintliche) Objekt der Begierde, lassen körperlichen Kontakt weiter schleifen und fragen uns, warum sich nichts an diesem Zustand ändert.

Fazit

Egal, ob gemeinschaftliche Rituale abgeschafft werden, Leistungsdruck steigt oder soziale Medien körperliche durch virtuelle Zusammenkünfte austauschen: wir berühren weniger. Unglücklich isoliert man sich weiter und versucht scheinbare Probleme anzugehen, nicht die Bedürfnisse eines hoch entwickelten Affen: Ein diabolisches Unendlich-Eck.

Daher:

Kommt mehr in Kontakt,
sitzt näher zusammen,
lehnt Köpfe an Schultern
und senkt sie auf Bäuche.
Kneift lachend in Ohren und Nasen,
begleitet von freundlichen Phrasen.
Lasst Finger, Finger entlangfahren
um gemeinschaftlich Leben zu bejahen.

Bleibt länger umschlungen als notwendig wäre,
so lehrt uns die gähnende Leere.*


Füßelt

*Wenn all das für beide Seiten passt.