Foto von Andreas Waguluz auf Unsplash

Eine Frage an dich: Was ist deine Art dich vor Desillusionierung zu schützen?

Man berichtet von einem Traum, von einer Idee, von einer Angelegenheit, die einem besonders wichtig ist und dann kommt: “Aber egal.

Immer wieder: “Aber egal.” Warum?

Ein Schutzwall? Es war ohnehin egal. Es muss niemand ernst nehmen, so kann man es selbst weiter ernst nehmen, sehr ernst nehmen. Sich abgrenzen. Wenn dann nämlich wieder ein “Ja, aber”-Mensch kommt, dem man das “aber” schon anhört, bevor überhaupt “Ja” gesagt wurde, dann war die Mauer vorsichtshalber befestigt worden und niemand sieht, wer dahinter “F*ck you all” schreit.

Denn es geht für den Träumer darum, sich nie desillusionieren zu lassen. Dazu braucht es manchmal diese Mauer, weil die Illusion aus “Ja, aber”-Mensch-Perspektive per definitionem eine falsche Wahrnehmung der Wirklichkeit ist. Aus Träumer-Perspektive ist sie aber eine falsche Wahrnehmung der Wirklichkeit. Die Wirklichkeit der Wahrnehmung bleibt. Es ändert sich nichts an der Faszination, die erzeugt wird.

Illusion ist Wirklichkeit.

Thanks to: mira66

“Ein schwebender Wasserhahn!”

Ja, aber der schwebt doch gar nicht wirklich.

“Ein schwebender Wasserhahn!!!”

Ja, aber der ist doch nur — “

“Nein. Da wollte jemand einen schwebenden Wasserhahn bauen und er hat es geschafft. Jemand hat sich gefragt: ‘Wie baue ich einen schwebenden Wasserhahn’, nicht: ‘Ja, aber schwebende Wasserhähne kann es doch gar nicht geben und außerdem ist das doch viel zu schwierig und generell wozu eigentlich. Was wenn es dann doch nicht klappt.’ Mimimimimi! Jetzt haben wir einen schwebenden Wasserhahn, du siehst ihn nur nicht!


Zwei Fragen an dich: Wo bist du verletzlich? Was lernst du daraus über dich?

Träumer sind verletzlich, wenn du ihnen sagst, dass etwas nicht möglich ist. Weil jeder Träumer, der seine Träume ernst nimmt, weiß, dass es nicht einfach wird. Dass er dabei scheitern könnte. Wenn der innere “Ja, aber”-Mensch dann kommt, trickst man auch sich selbst mit einem “Aber egal.” aus. Wichtig ist, dabei hinter der Mauer weiter fleißig am schwebenden Wasserhahn zu bauen. In Gedanken vor sich hin murmelnd: “F*ck you all!

Um irgendwann dann ein Fenster in die Mauer einzubauen, den schwebenden Wasserhahn zu präsentieren und zu sagen: “Schwebender Wasserhahn, Fucker!

Die Menschen, von denen du sicher weißt, dass sie deine Faszination für den schwebenden Wasserhahn noch teilen werden, wenn sie um sein Geheimnis wissen, darfst du dann auch mit hinter die Mauer nehmen. Den Menschen darfst du alles erzählen.


Drei Fragen an dich: Was hast du für Vorbilder? Was schätzt du an ihnen? Wie kannst du selbst zu einem Vorbild werden?

Als Vorbild für einen Träumer musst du noch nicht einmal einen schwebenden Wasserhahn gebaut haben, du darfst nur nicht aufgegeben haben, deinen schwebenden Wasserhahn zu bauen. Denn der Träumer will nicht den schwebenden Wasserhahn eines Vorbilds bauen, sondern einen schwebenden Wasserhahn. Es geht nicht um den schwebenden Wasserhahn, den du im Begriff bist zu bauen, sondern, dass du im Begriff bist einen schwebenden Wasserhahn zu bauen.

Gleichzeitig bedeutet das für jeden Träumer, dass er, solange er weiter an seinem schwebenden Wasserhahn baut, Vorbild für andere Träumer nicht nur sein kann, sondern ist. Alleine dadurch, dass er nicht aufgibt ihn zu bauen, ist er Vorbild für andere Träumer.

Deswegen sei dir bewusst, dass du als Träumer auch Vorbild für jeden anderen Träumer — und damit nicht zuletzt für dich — bist.