1. Tagsüber: Noch über ein Monat bis zur Abgabe der Bachelorarbeit und an sich könnte man sie auch innerhalb von einer Woche fertigstellen. Trotzdem gestresst. Dann hat man wohl nicht sein Bestes gegeben und was danach?
  2. Abends: Wenn zur Entspannung mal ne Dokumentation über die Menschheit geschaut wird — Film steht schon gar nicht mehr zur Debatte — , dann holt einen sogleich das schlechte Gewissen ein. Ein schlechtes Gewissen, das in dreifacher Gestalt kommt: 1. Warum wird gerade nicht an der (beinahe fertigen Bachelorarbeit) weitergearbeitet? 2. Warum geht es einem so gut und so vielen Menschen auf der Welt so schlecht? 3. Wer ist man, dass man nicht immer frohlockend herumhüpft, angesichts des Glückes in Deutschland geboren zu sein?
  3. Am nächsten Morgen: Im Fitnessstudio gewesen und beim Joggen nach Hause war die große Sorge, dass die Gymbuddies meinen könnten, man hätte unabsichtlich verschlafen, wenn man samstags um 5:20 doch nicht im Gym auftaucht. Obwohl einen doch nach gut einjähriger Abstinenz dieses eine Mal die Lust gepackt hat, mal wieder wegzugehen. Was würde dann passieren? Würde die morgendliche Abstinenz dazu führen, dass die Polizei gerufen wird? Der nächste Gedanke geht natürlich zur Grabrede: Würden sie berichten, dass man nach einer zu hart gefeierten Nacht nur so schnell tot im Straßengraben gefunden werden konnte, weil Freunde sich Sorgen gemacht hatten, weil man nach 5:22 morgens noch nicht im Gym angekommen war? … Zumindest eine gute Geschichte. Würde man darüber lachen? (Ihr habt alle die Erlaubnis)
  4. Beim Sport: Es werden 110% gegeben, da fragt man sich, ob beim Sport alle Emotionen rausgelassen werden und daher die Probleme kommen, emotionale Bindungen zur Damenwelt einzugehen? Wäre man bereit dafür den Sport aufzugeben? Und Zack! da sind sie wieder die Jugend-Gedanken: “Läuft das Leben zu gut, um dann auch noch emotionale Bindungen zum anderen Geschlecht zu fordern?” Oder hat der Podcast vielleicht doch recht und manche Menschen sind nicht in der Lage zu lieben?
  5. Im Anschluss: Die morgendliche Routine ist so perfektioniert, dass man weiß, dass das Frühstück im Schnitt um 7:46 Uhr beendet wird, sodass der Kumpel, um sein Paket zu holen entweder zwischen 7:15 Uhr und 7:46 Uhr oder nach 8:20 Uhr kommen sollte, weil dazwischen 16 Minuten meditiert und davor geduscht wird… natürlich kalt. Ist gut… für irgendwas.
  6. Dann wieder Bachelorarbeit und zwischenzeitlich muss natürlich noch Zeit für die Serendipität — den ( — in diesem Fall — wohl kalkulierten) glücklichen Zufall — geschaffen werden, zudem sollen Pausen gut sein, um wieder produktiver zu sein.
  7. Den ganzen Tag: Warum?

Kann man so viel richtig machen, dass man es schon wieder falsch macht? Und wenn man dann deswegen absichtlich mal eine Nachlässigkeit einbaut, nur um es noch richtiger zu machen, was bedeutet das dann für die Richtigkeit?